Die neue Version der Armaturen-Instandhaltungs-Software 3S AIS auf der IFAT 2016

3S Antriebe ermöglicht mit der Armaturen-Instandhaltungs-Software 3S AIS Netzbetreibern ein effizientes Asset-Management für erdverlegte Armaturen durch die Einbindung von Armaturen-Zustandsdaten in GIS, BIS, ERP oder Workforce Management Systeme.
Sämtliche relevanten Armaturen-Benchmarks werden dokumentiert und digital erfasst. Darunter fallen die aktuelle Position der Armatur, das Datum der letzten Inspektion, das maximale Betätigungsmoment (MOT), die Gangzahl, die Drehmomentkurve sowie die aus den Daten resultierende aktuelle Zustandsampel der jeweiligen Armatur.
Die Daten werden mit dem 3S AIG 4.0 oder dem 3S AIG XS erfasst und via digitaler Schnittstelle (z.B. USB, Bluetooth, WiFi) und AIS einfach in bestehende IT-Systeme integriert.
Gemäß DVGW Regelwerk kann die Armatureninstandhaltung durch den Nachweis der Dichtigkeit durch Abgleich von Soll und Ist Gangzahlen erfolgen. Zusätzlich erfolgt die Evaluation des Armaturenzustandes auf Basis der DIN 1074-2 und ergibt ein anschauliches Ampelsystem:
Rot bedeutet, dass die Armatur nicht dicht schließt, da die Soll-Gangzahl nicht erreicht wurde. Gelb signalisiert, dass die Armatur dicht schließt, allerdings bei einem Betätigungsmoment, das größer als das vorgeschriebene maximale Betätigungsmoment ist. Grün bestätigt, dass die Armatur sowohl dicht schließt als auch leichtgängig ist, da das Betätigungsmoment unter dem maximal erlaubten Betätigungsmoment liegt.
Alle gesammelten Zustandsdaten sind nach dem Überspielen in der AIS einsehbar. Unter anderem ist der Armaturenzustand nach dem Ampel-Prinzip sichtbar und es ist möglich einzelne Armaturen zur genaueren Evaluation auszuwählen sowie die grafische Darstellung der Messreihen zu vergrößern.
Die AIS ist so aufgebaut, dass sie einfach in bestehende IT-Systeme (GIS, ERP oder Workforce Management) eingebunden werden kann. Arbeitsaufträge werden im System generiert. Ebenso werden die erfassten Armaturenzustandsdaten im System dargestellt und archiviert. So wird das Asset-Management für Armaturen durch die Bestimmung zustandsorientierter Wartungszyklen sowie die Nutzungsdauer der Armaturen optimiert.

3S Antriebe stellt auf der IFAT 2016 in München am Stand 424 in der Halle A4 aus.

Das neue Armaturen- Instandhaltungsgerät 3S AIG XS

3S AIG XS – The Smart Device for Smart Cities

Die 3S Antriebe GmbH präsentiert ihr neues Armatureninstandhaltungsgerät 3S AIG XS. Es komplettiert die Produktsparte für mobile Armaturenstellantriebe, die deutlich mehr können als herkömmliche Schieberdrehgeräte. Die Neuentwicklung ist handlicher als sein großer Bruder 3S AIG und deckt die Anforderungen von Netzbetreibern mit kleinen und mittleren Nennweiten ab, während das stärkere 3S AIG bereits bei großen Versorgern wie den Berliner Wasserbetrieben flächendeckend eingesetzt wird. Das 3S AIG XS ist kleiner und leichter gestaltet und mit einem Leistungsgewicht von 5,5 kg als Ein-Mann-Gerät für den ressourcensparenden Einsatz konzipiert.

3S AIG XS neu

Zu einem Armatureninstandhaltungsgerät macht es aber erst seine leistungsfähige Digitalelektronik. Es erfasst und speichert automatisch die genaue Gangzahl der Armatur und das anliegende Drehmoment beim Stellen. Über eine digitale Schnittstelle kann der Fingerprint der Armatur in Form eines Weg-Drehmoment-Diagramms ausgelesen werden. Neue Forschungsergebnisse der Technischen Universität Berlin haben gezeigt, dass Drehmoment und Gangzahl beim Stellen einer Armatur auch wissenschaftlich nachweisbar gute Belege für den Zustand der Armatur, also Gängigkeit und Dichtigkeit, sind [1].

Die Zustandsdaten werden mit der 3S Armaturen- Instandhaltungssoftware ausgewertet und verwaltet. Sie stehen jederzeit per Knopfdruck zur Verfügung um z. B. erforderliche Austauschinvestitionen zu prognostizieren oder um dem Auftraggeber die Durchführung der Instandhaltungsmaßnahme, die Funktionsfähigkeit und die richtige Stellung der Armaturen nachzuweisen. Die AIS verfügt über Schnittstellen zur Integration der Daten in bestehende Workforce Management- und GIS-Systeme. Armaturenstammdaten können daraus auf das 3S AIG XS aufgespielt werden.

3S AIG XS neu extension

Durch Inspektionen mit dem 3S AIG XS können Mängel rechtzeitig identifiziert und Armaturen planmäßig gewartet werden. Jede Inspektion einer Armatur ist gleichzeitig eine Wartung. Dieser Umstand kann mit Hilfe des 3S AIG XS genutzt werden, um die Effizienz der Armatureninstandhaltung nachhaltig zu steigern. Durch die Erfassung der Entwicklung des Zustandes von Armaturen im Zeitablauf, lassen sich zustandsorientiert die Wartungszyklen sukzessive optimieren. Unter der Prämisse den Sollzustand langfristig zu erhalten können die Zyklen so optimiert werden, dass Wartungen so selten wie möglich, aber so häufig wie nötig durchgeführt werden. So wird mit minimalem Ressourceneinsatz die Funktionsfähigkeit der Armaturen erhalten. Gleichzeitig wird sowohl die Durchführung der Wartung als auch die Funktionsfähigkeit der Armatur durch das 3S AIG XS manipulationssicher in Form des Fingerprints dokumentiert.

Dank eines leistungsfähigen externen Lithium-Ionen-Akkus sind lange Einsätze mit dem 3S AIG XS möglich. Es kann für schwere Einsätze mit Reaktionsarmen ausgestattet werden und ermöglicht dann ein maximales Drehmoment von 900 Nm. Das Drehmoment kann individuell entsprechend den Anforderungen der Armatur begrenzt werden. Im Ergebnis werden Armaturen effektiv instandgesetzt und der Austausch von Armaturen vermieden.

Literaturhinweis:
[1] Treder, A.; Wellnitz, M.; Haueisen, S.; Thamsen, P.U.: „Zustandsorientierte Instandhaltung von erdverlegten Armaturen in der Wasserverteilung“, 11. Tagung „Technische Diagnostik 2014“, Selbstverlag An-Institut Fluid- und Pumpentechnik, S. 41-49, Merseburg, Oktober 2014

3S Antriebe auf dem 4. Praxistag Wasserversorgungsnetze

Die 3S Antriebe GmbH ist am 05.11.2014 auf dem 4. Praxistag Wasserversorgungsnetze in Rheine, veranstaltet von der Zeitschrift 3R und dem iro, Institut für Rohrleitungsbau Oldenburg, mit dem Vortrag:

Im Fokus: Armatureninstandhaltung

Armaturen sind Absperrorgane in Rohrleitungssystemen. Sie sind millionenfach in erdverlegten Netzen der öffentlichen Ver- und Entsorgung und der Industrie verbaut und sollen bei einer Havarie oder bei planmäßigen Rehabilitations­maßnahmen die Leitung zuverlässig versperren. Genau dies leisten die Armaturen aber viel zu selten. Fast jeder Verantwortliche kann von Beispielen berichten, bei denen Sperrungen ausgeweitet werden mussten, weil Armaturen nicht dicht schlossen. Bei einer Havarie vergeht dadurch wertvolle Zeit, mehr Kunden sind von der Versorgung abgetrennt, höhere Ausfallkosten resultieren. Der Grund für die Ausfälle sind in vielen Fällen unzureichende Instandhaltungsmaßnahmen. Auch deshalb befindet sich das entsprechende DVGW Arbeitsblatt derzeit in der Überarbeitung (W 400-3).
Der Grund für die unzureichende Instandhaltung der Armaturen ist die Einsparung kurzfristiger Kosten. Es ist schwer vorstellbar, dass sich der permanente Trend zur Realisierung kurzfristiger Kostenpotenziale nachhaltig wandelt. Betreiber, die sich trotzdem sinnvoll um ihre Armaturen kümmern wollen, müssen also effizienter werden. Ein effizientes Instandhaltungskonzept für Armaturen wird im Vortrag vorgestellt. Das Konzept basiert auf folgenden Eckpunkten:

  • einfache Zustandserfassung durch das neue, kleine 3S AIG XS
  • mobile Automatisierung
  • Klassifizierung der Armaturen in Form eines einfachen Ampel-Systems auf Basis einer einschlägigen DIN Norm anhand ihres Zustandes
  • Ableitung klarer Maßnahmen auf Basis des Zustandes bzw. der Klassifizierung

Im Ergebnis können Betreiber von Versorgungsnetzen ihre Armaturen effizient zustandsorientiert instandhalten und dabei gleichzeitig deren Funktionalität und die Durchführung der Instandhaltungsmaßnahmen manipulationssicher im System dokumentieren.

Neue Fachartikel über mobile Automatisierung und die 3S Integrationsplattform

Der frischste Fachartikel der 3S Antriebe GmbH über mobile Automatisierung und eine neue Instandhaltungsstrategie für erdverlegte Armaturen erschien in der Zeitschrift Industriearmaturen zur diesjährigen IFAT. Darin wird das neue kleine Armaturinstandhaltungsgerät vorgestellt sowie eine Instandhaltungsstrategie, die nach einem Ampelsystem auf dem MOT, Maximum Operation Torque, beruht.

Lesen sie hier den Fachartikel „Armaturen-Instandhaltungsstrategie für Versorgungsnetze„.

Zeitgleich erschienen in der 3R auf Deutsch und der 3R Special auf Englisch Fachberichte über die 3S Integrationsplattform zur Einbindung dezentraler Feldgeräte. Die Anforderungen an eine solche Plattform und deren Bausteine zur Erfüllung eines umfangreichen Netzmonitorings und einer flächendeckenden Automatisierung, wozu Telemetric Units und natürlich auch dezentrale Armaturenstellantriebe gehören, werden ausführlich dargestellt.

Lesen sie hier den Fachartikel „Integrationsplattform zur Einbindung dezentraler Feldgeräte„.

3S Antriebe auf der IFAT 2014

Die 3S Antriebe GmbH präsentiert sich mit spannenden Neuheiten auf der diesjährigen IFAT in München. Alle Fachbesucher sind herzlich eingeladen, uns am Stand 426 in der Halle A4 zu besuchen.

Produktneuheiten mobile Antriebe
Auf der IFAT stellen wir erstmals unser Armaturen-Instandhaltungsgerät 3S AIG als kleine Version 3S AIG XS vor. Die herkömmliche Version wurde mit den Berliner Wasserbetrieben zusammen entwickelt und ist daher eher für große Versorger geeignet. Das AIG XS ist weitaus handlicher und deckt die Anforderungen kleinerer Netzbetreiber ab, die häufig an uns heran getragen wurden. Es kann von einer Person bedient werden und hat die gleichen Features wie sein großer Bruder 3S AIG, ist also weit mehr als ein herkömmliches Schieberdrehgerät. Drehmoment und Weg der Armaturen werden erfasst und ermöglichen so eine echte zustandsorientierte Instandhaltung von Armaturen für alle Netzbetreiber, da die Daten manipulationssicher zur externen Verwendung weitergegeben werden können. Ebenso wird eine neu entwickelte Instandhaltungsstrategie für erdverlegte Armaturen vorgestellt. Die Fachzeitschrift Industriearmaturen berichtet im Vorfeld der Messe.

Produktneuheiten stationäre Antriebe
Auch mit unseren stationären Lösungen nähern wir uns den kleinen Versorgern an. Unsere x-active Plattform zur Integration von Armaturen oder Sensoren via Mobilfunk gibt es zur IFAT schon in einer Version von 1-8 Clients und ist dementsprechend kostengünstig. Durch diese Lösung kann die Anzahl der automatisierten Armaturen im Netz sowie die Anzahl der Druck- und Durchflusssensoren sehr einfach erhöht werden. Auch Schachtüberwachungen sind einfach zu realisieren.

Der Funktionsumfang des x-active Servers macht ihn zu einer leistungsfähigen Integrationsplattform

Auch die direkte Erfassung externer Sensordaten durch unsere 3S Sensoranbindung ist zur IFAT marktreif. Dabei werden die Messdaten direkt über den Antrieb verarbeitet, an die Zentrale via Mobilfunk weitergeleitet und benötigen so keinerlei Zusatzmodule. Auch bei dezentraler Akkustromversorgung der Antriebe lässt sich eine hohe Messfrequenz und regelmäßige Übermittlung der Daten realisieren. Sensordaten können auch autonom durch die Antriebssteuerung verarbeitet werden, z. B. für Rohrbruchsicherungen mit kurzer Reaktionszeit. Über die 3S Integrationsplattform zur Einbindung dezentraler Feldgeräte berichtet die Zeitschrift 3R.

Skalierbarkeit und Flexibilität sind wichtige Systemeigenschaften des x-active Servers

3S Antriebe auf der Wasser Berlin 2013

Die Wasser Berlin International 2013 stand für die 3S Antriebe GmbH ganz im Zeichen der kabellosen Automatisierung. Sowohl am Stand als auch auf dem „Berliner Abend“ in der urigen Tiergartenquelle wurden bestehende Kontakte vertieft und neue gewonnen, wie das Metropolitan Planning Council aus Chicago, das in seinem Blog über unsere Präsentation im Rahmen einer Veranstaltung von German Water Partnership berichtet. Auch das Onlineportal der Wasser, Luft und Boden informiert nach der Messe über 3S Antriebe. Im Vorfeld der Messe berichtete bereits die Zeitschrift 3R umfangreich über unser Projekt in Sankt Petersburg.

3S Erdeinbau: komplett kabellose Automatisierung

Instandhaltung von Hydranten und Löschwasserarmaturen am Industriestandort Böhlen-Lippendorf

Die Werkfeuerwehr und die Wasserwirtschaftsabteilungen sind in Industrieparks für die Instandhaltung der Hydranten und Armaturen verantwortlich. Da der Zustand von Armaturen bisher nicht objektiv erfasst werden konnte, fordern die Betreiber der Anlagen und die Versicherungen kurze Zyklen für die Wartungen. Armaturen- und Hydrantenwartungen sind arbeitsintensiv und eine starke Belastung für die Mitarbeiter. Die Werkfeuerwehr und die Wasserwirtschaftsabteilung am Industriestandort Böhlen-Lippendorf haben deshalb seit April 2012 ein Armatureninstandhaltungsgerät der Firma 3S Antriebe GmbH im Einsatz. Durch das Gerät werden die Mitarbeiter nicht nur entlastet. Es kann darüber hinaus den Zustand der Hydranten und Armaturen objektiv erfassen. Dadurch werden deren Funktionsfähigkeit sowie die Durchführung der Maßnahme manipulationssicher dokumentiert. Und Wartungen können zukünftig am Zustand orientiert durchgeführt werden.

Die Werkfeuerwehr in Böhlen-Lippendorf

Die VSU Vereinigte Sicherheitsunternehmen GmbH stellt die Werksfeuerwehr und den Werkschutz am Industriestandort Böhlen-Lippendorf [1]. Neben elf weiteren Betrieben produziert in Böhlen-Lippendorf die Dow Chemical Company chemische Grundstoffe und hochleistungsfähige Basischemikalien. Außerdem befindet sich ein modernes Braunkohlekraftwerk der Vattenfall GmbH am Standort [2].

Werkfeuerwehren sind für die Sicherheit an Industriestandorten verantwortlich. Neben den allgemeinen Brandschutzaufgaben müssen sie durch die betriebliche Brandschutzorganisation den betrieblichen Risiken Rechnung tragen. Dabei kommt dem vorbeugenden Brandschutz, der Gefahrenabwehr, dem Umweltschutz, sowie dem Rettungswesen besondere Bedeutung zu [3].

Um trotzdem auftretende Unfälle und Brände zu beherrschen, wird für den Chemiepark und das Kraftwerk in Böhlen ein leistungsfähiges Löschwassersystem vorgehalten. Die ringförmigen Löschwasserleitungen werden aus einem 3.000 m3 großen Löschwasserbehälter gespeist und beständig unter einem Druck von 12 bar gehalten. Im Bedarfsfall können fünf 450 m3-Pumpen am Boden des Behälters den Druck aufrecht erhalten. Aus der nahegelegenen Weißen Elster kann der Teich jederzeit nachgefüllt werden. Um den besonderen Gefahren am Standort Böhlen zu begegnen ist die Werkfeuerwehr mit aufwändigem Spezialinstrumentarium ausgestattet.

Nur für eine eher einfache Aufgabe war in Böhlen bisher keine technische Hilfe vorhanden: Die Instandhaltung der Hydranten und Armaturen in den Feuerlöschleitungen erfolgte bisher durch Körperkraft.

Problemstellung

Armaturen sind Absperrorgane in Rohrleitungssystemen. Hydranten sind Spezialarmaturen, durch die Wasser zu Löschzwecken entnommen werden kann. Armaturen müssen im Falle einer Havarie die Leitung zuverlässig versperren, Hydranten zuverlässig ausreichend Wasser liefern (da Hydranten spezielle Armaturen sind, wird im Folgenden nur noch von „Armaturen“ geredet). Dazu müssen diese gängig sein und gleichzeitig dicht schließen. Damit Armaturen diese Anforderungen langfristig erfüllen, müssen sie instand gehalten werden. Instandhaltung besteht gemäß DIN 31051 aus Inspektion, Wartung und Instandsetzung.

Durch nicht funktionierende Armaturen können Unfälle in Industrieanlagen schnell zu Katastrophen werden. Deshalb werden die Armaturen regelmäßig entsprechend den Anforderungen der Versicherungen und der Auftraggeber durch die Werkfeuerwehr bzw. die Wasserwirtschaftsabteilung gewartet. Für die Wartung müssen die Armaturen vollständig geschlossen bzw. geöffnet werden, insbesondere um Inkrustationen zu lösen. Anschließend müssen sie wieder in ihre Ausgangsstellung zurück gebracht werden. Im Rahmen der Instandhaltung wurden zwei Problemfelder identifiziert:

1. Der hohe Druck in den Löschwasserleitungen bedingt, dass hohe Drehmomente für das Betätigen der Armaturen aufgewendet werden müssen. Eine Sicherheitsanforderung des Betreibers verbietet für das Betätigen von Armaturen das Verwenden von Hebeln, da Unfälle befürchtet werden. Insofern waren die Wartungsarbeiten für die Mitarbeiter Schwerstarbeit.

2. Die Durchführung der Wartung und der Zustand der Armaturen konnte nicht objektiv dokumentiert werden. Dadurch bestand die Gefahr, dass erforderliche Austauschinvestitionen zu spät identifiziert werden. Gleichzeitig wurde die Offenstellung der Armaturen in den Leitungen nicht automatisch dokumentiert.

Abbildung 1: Die Werkfeuerwehr am Industriestandort Böhlen bei der Hydrantenwartung mit dem 3S AIG

Problemlösung: Das 3S Armatureninstandhaltungsgerät 3S AIG

Die Werkfeuerwehr und die Wasserwirtschaftsabteilung am Industriestandort Böhlen haben sich für die Instandhaltungsarbeiten an ihren Armaturen wegen der oben skizzierten Probleme für das 3S AIG der 3S Antriebe GmbH entschieden. Das 3S AIG ist ein leistungsfähiges Schieberdrehgerät mit intelligenter Digitalelektronik. Es erfasst und speichert automatisch die genaue Gangzahl der Armatur und vom Losbrechen bis zum Schließen bzw. Öffnen das anliegende Drehmoment. Über eine USB-Schnittstelle kann so der „Fingerprint“ der Armatur in Form eines Weg-Drehmoment-Diagramms ausgelesen werden (vgl. Abb. 2). Die Zustandsdaten werden mit der 3S Armatureninstandhaltungssoftware (AIS) ausgewertet und verwaltet. Sie stehen jederzeit per Knopfdruck zur Verfügung um z. B. erforderliche Austauschinvestitionen zu prognostizieren oder um Versicherungen bzw. dem Auftraggeber die Durchführung der Instandhaltungsmaßnahme, den Wartungserfolg, die Funktionsfähigkeit und die richtige Stellung der Armaturen nachzuweisen. Die AIS verfügt über Schnittstellen zur Integration der Daten in bestehende Workforce Management- und GIS-Systeme.

In Abbildung 2 ist der Fingerprint der ersten und zweiten Betätigungsvorgänge eines DN 300er Schiebers in einer Löschwasserleitung dargestellt. Die rote Kurve beschreibt die Schließung, die grüne die Öffnung. Innerhalb der ersten fünf Umdrehungen konnten durch die Wartung die Schließmomente von 150 auf circa 50 Nm reduziert werden. Die Armatur erforderte 57,1 Umdrehungen für einen vollständigen Schließvorgang (vgl. Markierungen Abb. 2). Der Fingerprint beschreibt den Zustand der Armatur objektiv. So kann der Sollzustand einer Armatur im System hinterlegt werden. Bei einer zukünftigen Inspektion kann dann der Ist- mit dem Sollzustand abgeglichen werden. Werden die Soll-Drehmomente wieder hergestellt und wird die Sollgangzahl wieder erreicht, ist die Armatur weiterhin funktionsfähig.

Abbildung 2: Screenshot AIS, Drehmoment über Position; 1. und 2. Schließung eines Schiebers in einer Löschwasserleitung DN 300

System Berliner Kappe®

Jedes 3S AIG ist kompatibel mit dem System Berliner Kappe®. Das System Berliner Kappe® ist eine gemeinsame Entwicklung der Berliner Wasserbetriebe und der 3S Antriebe GmbH in Kooperation mit AVK Plastics BV. Herzstück des Systems ist die von AVK Plastics BV hergestellte verdrehsichere Trageplatte. Durch eine Standard-Straßenkappe kann das 3S AIG mit einem mobilen Adapter auf der Trageplatte fixiert werden, so dass das beim Betätigen einer Armatur auftretende Gegenmoment ins Erdreich geleitet wird. Körperkraft oder Hilfsmittel wie der Griff sind dann überflüssig. Dadurch können Rückenschäden bei Mitarbeitern oder gar Unfälle mit Personenschäden wirksam verhindert werden (vgl. Abb. 3).

Abbildung 3: Fixiert über das System Berliner Kappe® können mit dem 3S AIG selbst sehr große, schwergängige Armaturen ohne physische Kraft betätigt werden

Instandsetzung von Armaturen

Löschwasserarmaturen werden regelmäßig gewartet. Bei Armaturen in Leitungen für Brauchwasser, Trinkwasser, Wärme, Kühlung oder Gas sieht das in Industrieanlagen aufgrund knapper Ressourcen häufig anders aus. Werden Armaturen nicht regelmäßig gewartet, besteht das Risiko, dass sie schwergängig werden, nicht mehr dicht schließen und im Bedarfsfall die Leitung nicht zuverlässig versperren. Funktionsunfähige Armaturen müssen ausgetauscht werden. Das 3S AIG kann selbst extrem schwergängige Armaturen wieder instand setzen. Zum einen, weil es sehr hohe Drehmomente bis über 2.500 Nm realisieren kann. Zum anderen, weil die hohen Drehmomente durch die Gerätesoftware sehr dosiert eingesetzt werden können (vgl. Abb. 4). Darüber hinaus sind spezielle Instandsetzungsprogramme verfügbar. Die Erfahrungen zeigen, dass bei einem Großteil der zum Austausch vorgesehenen Armaturen die Funktionsfähigkeit mit dem 3S AIG wieder hergestellt werden kann und der Austausch unnötig wird.

Abbildung 4: Drehmoment und Position über der Zeit; Losbrechen eines Schiebers DN 1000 in Hamburg. Die Drehmomente wurden sukzessive auf 800 Nm erhöht (rote Kurve). Erst durch diese Kraftaufwendung konnte der Schieber geschlossen werden (blaue Kurve, 50 Umdrehungen). Die Drehmomente haben sich nach ca. 25 Umdrehungen auf ca. 300 Nm eingependelt (graue Kurve).

Ausblick: Zustandsorientierte Wartung

Durch Inspektionen können Mängel rechtzeitig identifiziert und die Armaturen planmäßig gewartet werden. Das Problem bei Armaturen und Hydranten ist, dass die Inspektion – also die Erfassung und Beurteilung des Istzustandes – aufwändig ist. Wartungen werden deshalb nicht am Zustand orientiert, sondern entweder zu häufig oder zu selten durchgeführt.

Jede Inspektion einer Armatur ist gleichzeitig eine Wartung. Dieser Umstand kann mit Hilfe des 3S AIG genutzt werden, um die Effizienz der Armatureninstandhaltung nachhaltig zu steigern: Durch die Erfassung der Entwicklung des Zustandes einer Armatur im Zeitablauf, lassen sich zustandsorientiert die Wartungszyklen sukzessive optimieren. Unter der Prämisse den Sollzustand langfristig zu erhalten können die Zyklen so optimiert werden, dass Wartungen so selten wie möglich, aber so häufig wie nötig durchgeführt werden. Im Ergebnis wird mit minimalem Ressourceneinsatz die Funktionsfähigkeit der Armatur erhalten. Gleichzeitig wird beides, die Durchführung der Wartung und die Funktionsfähigkeit der Armatur, durch das 3S AIG manipulationssicher in Form des Fingerprints dokumentiert.

Literatur

[1] Vgl. http://www.vsu-vereinigte-sicherheitsunternehmen.de/

[2] Vgl. http://www.boehlen-lippendorf.net/

[3] Vgl. http://www.werkfeuerwehrverband-sachsen.de/

Zustandsorientierte Instandhaltung I: Instandsetzung Schieber DN 400

Undichte Armaturen erfüllen ihren Zweck nicht. Und müssen ausgetauscht werden. Teuer macht den Austausch der Tiefbau. Durchschnittlich werden Kosten von mind. 2 T€, häufig deutlich darüber genannt. Diese Kosten könnnen in vielen Fällen, insbesondere bei Schiebern, vermieden werden. Im Folgenden wird dies am Beispiel von 2 Schiebern DN 400 eines Wasserverorgers aus Süddeutschland vorgestellt.

  • Problem: zwei undichte Schieber DN 400 in einer Wasserversorgungsleitung
  • Lösung: Instandsetzung
  • Alternative: Austausch

Die Instandsetzung der Schieber ist mit Hilfe des 3S Aramatureninstandhaltungsgerätes
(3S AIG) gelungen, die Dichtigkeit wurde wieder hergestellt, überprüft und dokumentiert
(vgl. Abb. 1 – 4). Der Betreiber hat dadurch mehrere tausend Euro eingespart.

Instandsetzung Schieber 1 (vgl. Abb. 1 und 2; vergrößern durch anklicken):

  • Schieber DN 400
  • Gangzahl 58,9
  • Durchschnittliches Schließmoment nach Instandsetzung < 75 Nm
  • Max. Losbrechmoment nach Instandsetzung ca. 250Nm

Dokumentation Instandsetzung: Durch Hin- und Herfahren bei gleichzeitiger vorsichtiger Erhöhung der Drehmomente (auf ca. 1400 Nm) konnte der Schieber 2 Umdrehungen weiter geschlossen werden (56,9 – 58,9). Der dichte Schluss war anschließend wieder hergestellt.

Instandsetzung Schieber 2 (vgl. Abb. 1 und 2; vergrößern durch anklicken):

  • Schieber DN 400
  • Gangzahl 58,4
  • Durchschnittliches Schließmoment nach Instandsetzung ca.50 Nm
  • Max. Losbrechmoment nach Instandsetzung ca. 150 Nm

Dokumentation Instandsetzung: Durch Hin- und Herfahren bei gleichzeitiger vorsichtiger Erhöhung der Drehmomente (auf ca. 1400 Nm) konnte der Schieber 1,1 Umdrehungen weiter geschlossen werden (57,3 – 58,4). Der dichte Schluss war anschließend wieder hergestellt.

Das 3S Armatureninstandhaltungsgerät (3S AIG)

Das 3S AIG kann viel mehr als ein leistungsfähiges Schieberdrehgerät (vgl. Abb. 5). Es kann den Zustand einer Armatur objektiv bestimmen: Vom Losbrechen bis zum Schließen erfasst und speichert es das Drehmoment und die genaue Gangzahl. Über eine USB-Schnittstelle kann dieser „Fingerprint“ der Armatur zur Dokumentation ausgegeben werden.

Abb. 5: Mit dem 3S AIG können Armaturen wieder instand
gesetzt werden, so dass ein Austausch nicht erforderlich ist

Das AIG ist ideal für die Instandsetzungen von Armaturen aller Nennweiten. Zum einen, weil es sehr hohe Drehmomente realisieren kann. Zum anderen, weil die hohen Drehmomente durch die Gerätesoftware sehr dosiert eingesetzt werden können. Die Erfahrung zeigt: ca. 80% der zum Austausch vorgesehenen Armaturen (insbesondere Schieber) können mit dem AIG  wieder hergestellt werden (Gängigkeit und Dichtigkeit, vgl. Abb. 1 bis 4). Betreiber von Versorgungsleitungen können durch Instandsetzungen viele tausend Euro einsparen.